Entwicklung Projekt 131.400 Projekt 68.200 - Hydra/Wiesel Projekt 63.300 - Iltis Projekt 131.400 - Libelle 6. Flottille / Dranske - Bug
Home Volksmarine Winter 1978 / 1979 Reservisten der 7. / 9. LTSB Stralsund / Parow
Quelle: Schiffe und Boote der Volksmarine der DDR, Manfred Röseberg; Ingo Koch Verlag Rostock

Leichtes Torpedoschnellboot Projekt 81

 

 

 

 

 

1958 begann die Schiffswerft Roßlau mit der Entwicklung des Projektes 81; ein Typname wurde nicht vergeben.                                                                        Das Boot war schmaler als das Projekt 63, der Antrieb bestand aus einem Dieselmotor M 50 F, als Bewaffnung waren 2 Torpedorohre vorgesehen, zur Besatzung sollten 2 Mann gehören.

Entsprechend der während der beim Bau des TS - Bootes "Typ Forelle - Projekt 57" gemachten Erfahrungen, wurde ebenfalls ein Alu - Bootskörper in genieteter Ausführung gebaut.

1960 fand eine gemeinsamer Erprobung mit den LTS - Projekten 63 und 68 vor der Schwedenschanze statt. Das Projekt 81 erreichte dabei ebenfalls nicht die geforderte Geschwindigkeit von 50 kn, hatte aber von allen Projekten die beste Schwimmlage. Die Volksmarine beanstandete aber, dass es nur mit einem Dieselmotor ausgerüstet war und das Boot somit Manövrierunfähig beim Ausfall der Maschine war. Dies konnte aus taktischer Sicht nicht akzeptiert werden.                                                                                                                                                                                                                                      Die Forschungsstelle Roßlau begann danach mit Einverständnis der Volksmarine die weitere Bearbeitung des Projektes 81 als Tragflügelboot Projekt 81.2. Der vorhanden Bootskörper erhielt am Vorschiff starre flach tauchende Tragflügel. Das Boot wurde 1963 umfangreichen Erprobungen unterzogen, die Ergebnisse waren positiv, auch eine Geschwindigkeit von 50 kn wurde erreicht.

Nach unveränderter negativer Einschätzung (fehlende 2 Maschine) seitens der Volksmarine wurde die Entwicklung des Projektes 81.2 durch die Forschungsstelle Roßlau abgebrochen.

 

 

 

Leichtes Torpedoschnellboot Projekt 63.; Typ ILTIS 

Auf der Grundlage der taktisch - technischen Aufgabenstellung der Volksmarine erarbeitete das Institut für Schiffbautechnik Wolgast (ISW) bis April 1960 das technische Projekt, parallel dazu wurde durch die Peenewerft Wolgast das Funktionsmodell "Boot 63.1" mit dem Entwicklungsnamen "ILTIS" gebaut. Konstruktionsdaten für das Boot waren: Lüa = 13,8 m; Büa = 3,6 m; T = 0,52 m; Dn = 16,0 t; Der Antrieb erfolgte durch 2 Dieselmotoren  M 50 F - 3 (Ges.-Leistung: 2400 PS); die Bewaffnung bestand aus 2 Torpedorohre, der Ausstoß der Torpedo erfolgte nach achtern, 2 Mann Besatzung. Der Bootskörper bestand aus einer geschweißten Aluminiumlegierung (AlMgF28), welche an einigen Stellen auch genietet war. Die Erprobung im September 1960 brachte nicht den gewünschten Erfolg, dass Boot erreichte nicht die geforderte Geschwindigkeit von 50 kn und kam nicht in die Gleitphase. Verschiedene Veränderungen, so zum Beispiel die Verlagerung der Motoren weiter nach vorn und damit die Verbesserung der Schwerpunktlage. Eine Erprobung des neuen Bootes 63.2 fand 1961 statt, dabei wurde die geforderte Geschwindigkeit  zwar überschritten, aber das Boot war instabil. Mit Überarbeitung des Projektes 63.2 im Jahre 1962 wurde es mit geringen Veränderungen am Bootskörper zu Projekt 63.3 weiterentwickelt. Bedingt durch Überarbeitungen des Getriebes und Schwierigkeiten in der Produktion kam es zur Verzögerung des Funktionsmusters, eine Erprobung fand dadurch erst ab September 1962 statt.

 
Dabei wurde nun die volle Eignung und Einhaltung der technischen Forderungen nachgewiesen, Instabilität trat nicht mehr auf, aber dafür traten sehr harte Bewegungen bei Seegang auf, diese wurden durch den Einbau stoßgedämpfter Sitze auf ein zumutbares Maß für die Besatzung reduziert. Im Rahmen der Erprobung erfolgte die Festlegung zu einem dritten Besatzungsmitglied zur Bedienung der Funkmessanlage. Parallel zur Entwicklung des Projektes 63.3 erarbeitete das ISW das technische Projekt für eine Nullserie von sechs Booten, Der Bau der Boote war ursprünglich nicht vorgesehen und wäre aus technischer und operativer Sicht nicht erforderlich gewesen. Es sollte damit aber die Werftkapazität für den militärischen Schiffbau erhalten werden und für 1963 eine Produktionslücke gefüllt werden. Andernfalls wäre für längere Zeit eine Blockierung durch Zivilprojekte entstanden.                                      Die Boote konnten ab August 1963 mit zur Erprobung, gleichzeitig zur Baubelehrung und Ausbildung der Besatzungen eingesetzt werden.        Anschließend erfolgte die vorübergehende Übernahme in den Flottendienst.                                                                                                                         Das erste Serienboot 63.301, Bordnummer 911, wurde am 25. Juli 1964 in Dienst gestellt, insgesamt wurden 30 Serienboote gefertigt.                                 Die Außerdienststellung des letzten Bootes erfolgte am 31. März 1977.                                                                                                                                      Alle Serienboote des Projektes 63.300 wurden während des Flottendienstes modernisiert, dies beinhaltete den                                                                        - Austausch der Funkmessanlage KSA - V gegen die Leistungsfähigere TSR - 222,                                                                                                                       - Austausch der Funkanlage,                                                                                                                                                                                                          - Einbau verstärkter Gelenkwellen                                                                                                                                                                                                  - Einbau eines Torpedorechners,

 

 

 

 

 

Leichtes Torpedoschnellboot Projekt 68; Typ HYDRA / WIESEL

Der VEB Yachtwerft Berlin erarbeitete ein technisches Projekt für ein Boot Projekt 68 als Holzkonstruktion, mit anderen Abmessungen als das Projekt 63, Lüa = 13,0 m; Büa = 3,6 m, der Antrieb erfolgte durch einen Dieselmotor M 50 F.

Der Bootskörper war mit Mahagoni beplankt, die Festigkeitsverbände und das Deck bestanden aus mehrfach verleimten Sperrholz. Große Probleme gab es bei den Festigkeitsberechnungen, besonders bei der Längsbefestigung und der Auswahl geeigneter Klebstoffe.

1959 erfolgte der Bau des Versuchsbootes 68.1 in der Yachtwerft, und erhielt den Namen "HYDRA", den die Volksmarine später in "WIESEL" änderte. Die Erprobung ab Juli 1960 vor der Schwedenschanze zeigte, dass dieses Boot nicht die geforderte Geschwindigkeit von 50 kn erreichte. 1961 entstand das Projekt 68.2, ein verlängertes Boot mit 2 Dieselmotoren M 50 F, die Bewaffnung bestand aus 3 Torpedorohren. Der Ausstoß erfolgt ebenfalls nach achtern. Das Projekt ermöglichte eine schnelle Umrüstung, anstelle der äußeren Torpedorohre war eine Minenvariante für 6 Minen KMD - 500 oder eine Transportvariante für z.B. Kampfschwimmer möglich.

Auch dieses Boot ereichte während der Erprobung nicht die geforderten 50 kn, auch gab es Probleme beim Minenabwurf, die Minen fielen dicht neben dem Boot auf die Wasseroberfläche und wurden durch das vorbeiströmende Wasser angesaugt und beschädigten einige Bootskörper. Abhilfe wurde durch Abrollschienen geschaffen. 1962 / 1963 erfolgten nochmalige Erprobungen mit den überarbeiteten Projekten, in deren Ergebnis die Volksmarine einschätzte: Das Boot erfüllt nicht alle Anforderungen und ist nur bedingt als Ausbildungsboot einsetzbar.

Vorteile: Torpedo -, Minen - und Kampfschwimmervariante möglich, 3 Torpedorohre, weiche Bewegungen im Seegang, Direktantrieb der Wellenanlage.

Nachteile: Unzureichende Festigkeit des Bootskörpers, unzureichende Manövriereigenschaften, bedingt durch den "weichen" Bootskörper eine nicht ausgereifte Antriebsanlage.

Unabhängig von dieser Einschätzung erfolgte ab 1962 mit Zustimmung der Volksmarine der Serienbau des Projektes 68.2. Bei den Serienbooten stellten sich erhebliche Festigkeit - und Fertigungsmängel heraus; Wasserdurchlässigkeit des Polyesterharzes, Risse im Deck, Aufleimung der verleimten Bauteile. Seitens der Volksmarine wurde die Zulassung in der vorliegenden Bauausführung gestoppt. Ein angebotener Rücktritt der Yachtwerft vom Vertrag wurde abgelehnt, es erfolgte vertragsgerichtliche Klärung, die zu Lasten der Yachtwerft Berlin entschieden wurde. Durch intensive Bemühungen der Yachtwerft Berlin, mit Unterstützung des Institutes für Schiffbautechnik Wolgast, gelang es ein Boot mit ausreichenden Festigkeiten zu liefern. Bedingt durch die gerichtlich festgelegten notwendigen Nacharbeiten an den Booten der ersten Bauausführung, führte die Indienststellung der Serienboote zu einer untergeordneten Rolle, einhergehend mit einer Reduzierung von 30 ursprünglich geplanten Booten auf 23 Boote. Die Außerdienststellung des letzten Bootes erfolgte am 09.12.1974.